{"id":43,"date":"2021-11-08T16:56:17","date_gmt":"2021-11-08T15:56:17","guid":{"rendered":"https:\/\/hipap.de\/?page_id=43"},"modified":"2021-11-11T21:31:46","modified_gmt":"2021-11-11T20:31:46","slug":"welcome","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/hipap.de\/","title":{"rendered":"Welcome"},"content":{"rendered":"<p>Das sp\u00e4tbronzezeitliche Reich der Hethiter war eine der dominierenden Gro\u00dfm\u00e4chte des gesamten Alten Orients im 2. Jt. vor Christus. Fragen zur Wirtschaft und Wirtschaftsorganisation der Hethiter wurden bisher \u00fcberwiegend von der historischen Forschung abgeleitet. Die Arch\u00e4ologie hat hingegen bisher nur ansatzweise das Potenzial der materiellen Kultur f\u00fcr Wirtschaftsfragen ausgesch\u00f6pft. Im Fokus standen vor allem wertvollere Rohstoffe, wie beispielsweise Metalle, w\u00e4hrend wirtschaftshistorische Forschungen an hethitischer Keramik absolute Ausnahmef\u00e4lle darstellen. Dabei bietet gerade die Keramik als h\u00e4ufigste arch\u00e4ologische Fundgattung durch die Erforschung von Produktion und Distribution die M\u00f6glichkeit, wertvolle Erkenntnisse f\u00fcr wirtschaftshistorische Fragen im hethiterzeitlichen Anatolien zu gewinnen. Allerdings lassen sich viele Fragen zur Produktion und Distribution von Keramik nur unzureichend \u00fcber die bisher der Forschung zur Verf\u00fcgung stehenden arch\u00e4ologischen Funde, Befunde und auch Methoden beantworten. Dies gilt besonders f\u00fcr die Distribution von Keramik, die bisher so gut wie gar nicht erfasst werden kann. Die einzige M\u00f6glichkeit, dieses Problem zu l\u00f6sen, sind gro\u00dfangelegte arch\u00e4ometrische Forschungen, mit denen die Keramik zun\u00e4chst chemisch und mineralogisch-petrographisch analysiert wird, um dann die Ergebnisse mit den Informationen zu umliegenden Tonlagerst\u00e4tten abzugleichen.Hauptziel des vorgesehenen Projektes ist daher, eine erste solide Basis f\u00fcr die Provenienzbestimmung hethitischer Keramik mit Hilfe chemischer und mineralogisch-petrographischer Untersuchungsmethoden zu schaffen. Grundlage dazu soll die Analyse von ausgew\u00e4hlten Keramikproben bedeutender Grabungsorte aus der hethitischen Kernregion in Zentralanatolien sein. Dabei sollen m\u00f6glichst das ganze Spektrum hethitischer Keramikwaren und -formen sowie Proben von Tonlagerst\u00e4tten aus der Umgebung der jeweiligen Fundorte arch\u00e4ometrisch untersucht werden. Eine wichtige Rolle spielt dabei die intensive Auseinandersetzung mit den geologischen Gegebenheiten sowie die Auswahl ad\u00e4quater Untersuchungsmethoden. In dem Projekt soll deshalb eine Kombination von LA-ICP-MS (Massenspektrometrie mit induktiv gekoppeltem Plasma gekoppelt mittels Laser Ablation), Petrographie, R\u00f6ntgendiffraktometrie (XRD) und Rasterelektronenmikroskop (REM) zum Einsatz kommen, um Fragen der technologischen Charakterisierung, Standardisierung und Provenienz der verschiedenen Warengruppen und -formen zu beantworten. Die dabei erzielten Erkenntnisse zur Produktion und Distribution hethitischer Keramik sollen schlie\u00dflich arch\u00e4ologisch und vor allem wirtschaftshistorisch unter Ber\u00fccksichtigung der sozio-politischen Verh\u00e4ltnisse im hethitischen Staat interpretiert werden.<\/p>\n<p class=\"western\"><b>Dr. Mustafa Kibaro\u011flu &amp; Prof. Dr. Dirk Paul Mielke<\/b><\/p>\n<p><span class=\"value\">Universit\u00e4t T\u00fcbingen<br \/>\nInstitut f\u00fcr Ur- und Fr\u00fchgeschichte<br \/>\nund Arch\u00e4ologie des Mittelalters<br \/>\nAbteilung f\u00fcr J\u00fcngere Urgeschichte und Fr\u00fchgeschichte<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das sp\u00e4tbronzezeitliche Reich der Hethiter war eine der dominierenden Gro\u00dfm\u00e4chte des gesamten Alten Orients im 2. Jt. vor Christus. Fragen zur Wirtschaft und Wirtschaftsorganisation der Hethiter wurden bisher \u00fcberwiegend von der historischen Forschung abgeleitet. 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